Mountainbike-Arten

Wenn man anfängt, sich mit dem Moutainbiken zu beschäftigen, laufen einem viele Begriffe zu unterschiedlichen Mountainbike-Arten über den Weg. Da ich weiß, wie es ist, wenn man vollkommen ratlos dasteht, möchte ich euch kurz einige Begriffe rund um das Thema erläutern. Ich habe für diesen Artikel selbst einige Texte gelesen, die euch bei Interesse weitergehende Informationen bieten:

Federweg unterscheidet Mountainbike-Arten

So misst man den Federweg an der Federgabel eines Mountainbikes

So misst man den Federweg an der Federgabel eines Mountainbikes

Was auffällt: Oft ist die Abgrenzung zwischen den einzelnen Mountainbike-Arten fließend. Häufig wird zum Beispiel der Federweg als Unterscheidungsmerkmal aufgeführt.

Der Federweg gibt dabei den Abstand an der Federgabel zwischen dem oberen Ende des Standrohrs und dem Tauchrohr im komplett ausgefederten Zustand an. Dabei gilt: Je länger der Federweg, desto mehr gibt die Federgabel auf unebenem Gelände nach.

Vergleicht man nun verschiedene Quellen zur Kategorisierung von Mountainbikes, stellt man fest, dass die Quellenangaben sich häufig um mehr oder weniger 10 Millimeter unterscheiden. Deshalb kann auch meine hier vorgestellte Kategorisierung nur eine grobe Orientierung bieten. Sie soll lediglich dazu dienen, aufzuzeigen, dass ein Mountainbike eben nicht einfach ein Mountainbike ist, sondern das es viele unterschiedliche Arten für unterschiedliche Zwecke gibt.

MTB Fully vs. Hardtail

Ein Fully oder Full Suspension MTB ist ein Mountainbike, bei dem sowohl das Vorderrad als auch der Hinterbau gefedert sind. Diese Federung gleicht Stöße und unebenes Gelände aus. So ist es mit einem Fully möglich, auch in schwierigem Gelände mit hoher Geschwindigkeit zu fahren. Es ist wesentlich leichter, beim Bergauffahren den Bodenkontakt mit dem Vorderrad zu halten. Gleiches gilt beim Bergabfahren für das Hinterrad. Zudem schont die Federung den Rücken. Bei meinem Canyon MTB handelt es sich zum Beispiel um ein Fully.

Von einem Fully wird das Hardtail abgegrenzt. Bei einem MTB Hardtail gibt es nur eine Federung. Sie ist vorne an der Gabel eingebaut. Dadurch werden Unebenheiten weniger gut ausgeglichen. Es eignet sich deshalb besser fĂĽr Moutainbiker, die auf Forstwegen und anderen eher ebenen Strecken unterwegs sind.

Fully: Nachteile

Das Fully hat gegenĂĽber einem Hardtail drei Nachteile:

  1. Es ist meist etwas schwerer.
  2. Ein MTB Fully ist in der Regel teurer. Ein anständiges MTB Hardtail gibt es bereits ab 1200 Euro. Für vergleichbar gutes Fully, musst du rund 2000 Euro hinblättern.
  3. Das Fully gilt als wartungsintensiver. Denn bei einem Hardtail kann nur die Vorderrad-Federung kaputt gehen beziehugsweise muss nur diese gepflegt werden.

Freeride

Unter Freeride versteht man eine Art des Bikens, bei der es vor allem darum geht, steile Hänge hinabzujagen. Dabei legen die Freerider auch Sprünge von bis zu zehn Metern Höhe oder 20 Meter Breite über Hindernisse zurück oder vollbringen andere technisch anspruchsvolle Manöver.

Freerider auf seinem Mountainbike im Wald (Foto: CC BY-NC-SA Gregor Grunz)

Fliegen – mit einem Freeride-Bike für einige Sekunden möglich (Foto: CC BY-NC-SA Gregor Grunz)

Entsprechend groß ist der Federweg eines Freeride Bikes: zwischen ungefähr 150 und 200 Millimeter. Auf Grund der starken Beanspruchung müssen diese Bikes aus besonders widerstandsfähigen Bauteilen bestehen.

All Mountain Bikes

Canyon Bike produziert Mountainbikes speziell fĂĽr Frauen wie dieses hier

Canyon Bike produziert Mountainbikes speziell fĂĽr Frauen wie dieses hier

Mit einem All Mountain Bike kann man sowohl steile Gipfel hinaufklettern als auch rasante Trails hinunterbrettern. Meist handelt es sich bei dieser Art von Mountainbikes um Fullies. Der Federweg liegt bei All Mountain Bikes im Bereich von 120 bis 160 Millimeter. Oft ist es möglich, den Federweg der Gabel zu verringern oder komplett zu sperren. Dies erleichtert die Bergauffahrt. Auch mein Canyon Bike mit einem Federweg von 150 Millimeter gehört in die Kategorie All Mountain Bike.

Enduro Bike

Enduro Biker fährt über Hindernis (Foto: CC BY-NC-SA Robert Gebler)

Auf Enduro Bikes kann man auch bei Hindernissen richtig Gas geben (Foto: CC BY-NC-SA Robert Gebler)

Eine weitere Mountainbike Art sind Enduro Bikes. Sie ermöglichen kraftsparend Berge zu erklimmen. Gleichzeitig liegen sie bei der Abfahrt noch etwas satter auf der Piste als All Mountain Bikes bei einem Federweg von ungefähr 140 bis zu 170 Millimeter.

Fat Bike

Bei Fat Bikes ist der Name Programm: Utradicke Reifen von 4 bis 4,8 Zoll stechen auch dem ungeübten Betrachter bei dieser Mountainbike Art sofort ins Auge. Schließlich handelt es sich dabei um die doppelte Breite herkömmlicher Bikes. Ursprünglich wurden Fat Bikes auf kaum zu meisternde Passagen durch Schnee, Sand oder Geröll in Nordamerika eingesetzt. Seit knapp zehn Jahren wird es auch in unseren Wäldern immer beliebter.

Fat Bikes im Schnee: Noch eine eher seltene Mountainbike-Art in NRW (Foto: CC BY-NC-SA Jenn)

Feeeettt: Fatbikes fallen mit Reifen von mindestens 4 Zoll auf (Foto: CC BY-NC-SA Jenn)

Der Vorteil der breiten Reifen: der Untergrund wird nicht verschoben wie durch schmalere Reifen, sondern verformt den Reifen selbst. Dadurch hat diese Art des Mountainbikes einen besonders effektive Traktion auch auf schwierigem Grund. Zudem haben die Reife ein sehr großes Luftvolumen, das mit niedrigem Druck gefahren wird. Dadurch fungieren die Reifen des Fat Bikes als zusätzliches Federelement. Als Nachteil werden von Fachleuten vor allem eine langsamere Übertragung von Steuerimpulsen genannt sowie das relativ hohe Gewicht durch die extradicken Reifen.

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