Mountainbike-Kurs für Anfänger: Dringend zu empfehlen

Du denkst, Mountainbiken ist der richtige Sport für dich? (Wenn du noch unsicher bist, lies hier meine 3 Gründe, mit dem Mountainbiken anzufangen.) Aber wie startest du jetzt das Projekt Moutainbiken? Abgesehen davon, dass du dich – auf möglichst sicherem Gelände – alleine oder am besten mit Freunden an dein Bike gewöhnen solltest, kann ich dir nur einen Mountainbike-Kurs für Anfänger ans Herz legen. Hier lernst du die richtige MTB-Fahrtechnik. Denn einfach mal so aufs Rad fletzen, wie man das vom Hollandrad vielleicht kennt, ist beim Mountainbiken überhaupt nicht! Aber das merkst du schon von ganz alleine. 😉 Ich kann mich jedenfalls noch sehr gut daran erinnern, wie geschockt ich nach meiner ersten Runde auf dem Mountainbike davon war, dass mein MTB so „beweglich“ war im Vergleich zu meinem bisherigen Drahtesel. Ich merkte schnell: Mountainbiken hat genauso viel mit Trekkingrad-Fahren zu tun, wie Pferderennen Meistern mit Ponyreiten.

Richtige MTB-Fahrtechnik entscheidend

Man spürt es nicht nur selbst, sondern merkt es auch, wenn man sich erfahrene Fahrerinnen und Fahrer anschaut (egal, ob live oder online). Ruckzuck wird klar, da geht es nicht überwiegend um fehlende Kraft oder Ausdauer, sondern vor allem um die richtige Fahrtechnik auf dem MTB. Die kannst du dir aneignen, indem du dir zum Beispiel Tutorials auf YouTube mit Mountainbike Trainings anschaust. Was dabei aber fehlt, ist ein Feedback zu deinem eigenen Fahrstil. Du kannst lediglich eine Idee davon bekommen, wie es aussehen sollte.

In einem Mountainbike-Kurs ist das anders. Hier hast du einen Trainer oder eine Trainerin, die sich deine persönliche MTB-Fahrtechnik anschaut und dir individuelles Feedback gibt. Ich habe zum Beispiel einen Mountainbike-Kurs für Anfänger bei der Trailacademy in der Nähe von Köln gemacht (es gibt aber auch andere Standorte). In einer kleinen sehr durchmischten Gruppe von ungefähr sechs Leuten sind wir einen halben Tag von unserem Trainer Tobi begleitet worden. Dabei standen folgende Lerninhalte auf dem Programm:

  • Optimale Bike-Einstellung
  • Richtige Sitzposition/ Bike-Ergonomie
  • Balance und Gleichgewicht
  • Aktiv- und Grundposition im Gelände
  • Einfache Kurventechniken
  • Basics bei Bremstechniken
  • Sicheres Lenken/ Linienwahl
  • Sauberes Schalten
  • Sicheres Meistern verschiedener Untergründe
  • Sicheres Überwinden von kleinen Hindernissen, Wurzeln und kleinen Absätzen
  • Korrekte Körperhaltung im Gelände
  • Sicherer Abstieg in steilem Terrain
  • Hinweise zur Vermeidung von Nutzerkonflikten im Wald
  • Tipps und Tricks zur Ausrüstung und Pannenhilfe

MTB-Fahrtechnik-Basics: Aktiv- und Grundposition

Von unserem Treffpunkt aus ging es erst einmal auf einen Schulhof. Insbesondere die Aktiv- und Grundposition lernten wir hier kennen. Außerdem wurde geprüft, ob wir die korrekte Bikehaltung einnehmen. Tobi machte die Übungen vor. Anschließend filmte er uns dabei, wie wir sie ausübten. Im Anschluss gab es dann eine gemeinsame Feedback-Runde, in der wir uns die Videos anschauten. Sich selbst einmal auf dem Rad zu sehen, öffnete einem schnell die Augen für Schwachstellen bei der eigenen MTB-Fahrtechnik.

MTB-Fahrtechnik am besten mit einem Anfänger-Kurs trainieren: Der Trainer macht's vor (Foto: Trailacademy)

Richtige MTB-Fahrtechnik wird von Trainer gezeigt (Foto: Trailacademy)

Nach einer kurzen Pause fuhren wir dann gemeinsam in den Wald. Tobi gab uns Hinweise, die wir versuchten, umzusetzen. Auch einen kleinen Parcours meisterten wir gemeinsam. Es war wirklich super, einen Tag lang so einen kompetenten Coach an der Seite beim Mountainbike-Training zu haben.

Da ich vor dem Mountainbike-Kurs überhaupt kein Wissen zum Thema MTB-Fahrtechik hatte, war mein Lerngewinn besonders hoch. Besonders die Grund- und die Aktivposition sollte man als Bikerin kennen und anwenden können.

Grundposition

Tobi erklärte uns, dass man beim Mountainbiken häufig zwischen Stehen und Sitzen wechselt. Geht es bergab oder steht ein Fahrmanöver bevor, nimmt man die Grundposition ein:

  • Der Po ist vom Sattel genommen.
  • Die Füße stehen auf den Pedalen. Wichtig ist, dass die Pedale auf einer Höhe, parallel zu einander stehen.
  • Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide Pedale verteilt, die Arme entlastet.
  • Die Beine sind nicht ganz durchgestreckt, die Knie noch leicht gebeugt.
  • Die Ellbogen sind leicht angewinkelt und zeigen nach außen.
  • Der Rücken ist gerade.
  • Der Schwerpunkt ist lotrecht über dem Tretlager.
  • Die Augen blicken einige Meter in Fahrtrichtung nach vorne.

Aktivposition

Kommen schnellere oder schwierigere Passagen, wechselt man fließend in die Aktivposition. Im Wesentlichen ist es eine „tiefergelegte“ Grundposition. Sie erlaubt einen noch dynamischeren Fahrstil und gibt gleichzeitig zusätzliche Stabilität. Durch die tiefgebeugten Knie und Arme werden Schläge besser abgefedert.

  • Der Po ist vom Sattel genommen.
  • Die Füße sind auf den Pedalen. Wichtig ist, dass die Pedale auf einer Höhe, parallel zu einander stehen.
  • Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide Pedale verteilt, die Arme entlastet.
  • Die Beine sind gebeugt.
  • Die Ellbogen sind stark angewinkelt und zeigen nach außen.
  • Der Schwerpunkt ist lotrecht über dem Tretlager.
  • Die Augen blicken einige Meter in Fahrtrichtung nach vorne.

Blickführung entscheided für sicheres Mountainbiken

MTB-Fahrtechnik am besten mit einem Anfänger-Kurs trainieren: Blickrichtung bei Kurvenfahrt entscheidend (Foto: Trailacademy)

MTB-Fahrtechnik am besten mit einem Anfänger-Kurs trainieren: Blickrichtung bei Kurvenfahrt entscheidend (Foto: Trailacademy)

Mir wurde deutlich, wie wichtig der dynamische Wechsel und das Federn während des Bikens ist. Außerdem bekam ich ein Verständnis dafür, wie wichtig die Blickführung ist. Die Augen müssen stets einige Meter nach vorne in Fahrtrichtung gerichtet sein. Das klingt zwar banal. Aber spätestens bei anspruchsvollen Passagen, erwische ich mich immer wieder dabei, direkt vor mir auf den Boden zu schauen. Doch der Unterschied ist enorm. Mich hat es an die gleiche Erfahrung beim Schifahren erinnert. Wer direkt vor sich in den Schnee schaut, fährt verkrampft und macht schnell Unfälle. Wer seinen Blick in Fahrtrichtung schweifen lässt, bekommt einen viel fließenderen Fahrstil. Genau das Gleiche passiert auch beim Mountainbiken.

Dieser halbe Tag MTB-Training hat mir auf jeden Fall Lust gemacht, weiterzumachen. Ich habe Tipps bekommen, die ich über den Sommer bei meinen Touren trainiert habe. Mein fester Entschluss: Ich werde auf jeden Fall einen Folgekurs besuchen.

Alle Fotos auf dieser Seite wurden mir freudlicherweise kostenfrei von Trailacademy zur Verfügung gestellt.

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